Doctors Diary ist wie ein Unfall

… man will eigentlich nicht hinschauen, tut es aber doch. Auf RTL laufen heute Abend die letzten beiden von insgesamt 24 Episoden und ich werde mal wieder einschalten, weil die Hassliebe, die ich gegenüber der Serie entwickelt habe, gerade so noch genug Liebe beinhaltet. Warum ich eigentlich nicht hinschauen will, es aber trotzdem drei Staffeln lang getan habe:

(Spoilerfrei 😉 )

Warum ich eigentlich nicht hinschauen will

  • Drehbuchautor Bora Dagtekin, der außerdem auch noch „Fack Ju Göthe“ und „Türkisch für Anfänger“ geschrieben hat, hüpft allgemein gerne an der Grenze zwischen Sodoofdassesschonwiederwitzigist und Einfachnurdoof herum. Bei „Doctor’s Diary“ ist er leider etwas zu oft auf die Einfachnurdoof-Seite gestolpert. Ich weis nicht, wie oft ich mir beim Schauen die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen habe, weil viele Szenen einfach so affig sind oder gleich komplette Charaktere, Schwester Sabine zum Beispiel. Ein bisschen weniger Naivität und Trantütigkeit wären bei dieser Rolle wirklich nicht verkehrt gewesen.
  • Irgendwie sind die meisten Charaktere um die 30 Jahre alt und trotzdem scheinbar noch mitten in der Pubertät. Anders kann man dieses vollkommen auf die Spitze getriebene Wassichliebtdasnecktsich zwischen den beiden Hauptcharakteren Gretchen Haase und Dr. Marc Meier nicht erklären. Dr. Maria Hassmann tobt sich exzessiver auf Parties aus als die meisten 16-Jährigen und Schwester Sabine ist sowieso seit ca. 20 Jahren 12 Jahre alt.
  • Die Hauptcharaktere sind so stereotyp, dass es nicht mehr feierlich ist. Gretchen wird als typisches hässliches Entlein dargestellt, das Komplexe hat wie verrückt und von ihrem Prinzen träumt. Marc ist der harteSchaleweicherKern-Macho.
  • Am Anfang der Serie beginnt Gretchen im Krankenhaus ihres Vaters zu arbeiten, wo ihr ehemaliger Mitschüler Marc Chefarzt ist. Der Mittelpunkt des Geschehens ist, dass Gretchen seit ihrer Jugend unsterblich in Marc verliebt ist. Dabei drängt sich einem immer wieder eine Frage auf: Warum? Marc beleidigt sie ohne Punkt und Komma und sein Stolz ist ihm sehr viel wichtiger, als dass es ihr gut geht. Die Alternative ist Gynäkologe Mehdi, der im Gegensatz zu Marc ein (bemerkbares) Herz hat, aber trotzdem Konflikte mit den Fäusten (oder seinem Auto) klärt. „Jippijuppi“, würde Dr. Celso sagen, Krankenhauschef in der nicht zu toppenden und total lustigen Arztserie „Scrubs“, an die „Doctor’s Diary“ überhaupt nicht herankommt.

Warum ich es trotzdem getan habe

An dieser Stelle fragt sich wohl jeder: Wie kann man den alle drei Staffeln, alle 24 45-minütigen Folgen einer Serie anschauen, von der man so denkt? Gute Frage! Hier sind die Gründe, warum ich mich manchmal sogar total auf die nächste Folge gefreut habe:

  • Man glaubt es kaum, aber „Doctor’s Diary“ ist richtig spannend. Neben dem ganzen MarcundsonstigeMänner-Theater ist so einiges geboten, zahlreiche Intrigen und Geheimnisse. Da war es manchmal wirklich nicht leicht eine Woche abzuwarten, bis die nächsten beiden Folgen auf RTL ausgestrahlt wurden. Kleines Problem: Die Ereignisse werden in Staffel drei so absurd und affig, dass dieses Pro-Argument deutlich an Gewicht verliert. Der Vergleich mit dem Unfall ist mir erst während ich die 3. Staffel geschaut habe eingefallen, davor ist die Spannung der Druck auf die Bremse, der den Unfall gerade noch so verhindert.
  • Ja, Marc ist die meiste Zeit ein riesen A****,  aber wenn er Gretchen dann mal wieder mit diesem IchhabdocheinHerz-Blick anschaut… Und so lange er das noch zu selten tut, konnte man Mehdi anfeuern, dem wenigstens sehr viel daran liegt, dass es Gretchen gut geht.
  • Hätte „Doctor’s Diary“ noch zehn weitere Staffeln, hätte ich während der dritten Staffel aufgehört, es zu schauen. Aber da ich die restlichen Folgen an einer Hand abzählen konnte, habe ich es noch bis zum Ende durchgezogen.

Beim Serienfinale schauen:

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3 Gedanken zu „Doctors Diary ist wie ein Unfall

  1. Pingback: Weisheit des Monats: Erinnerungen + 1. Eindruck „Das Lavendelzimmer“ + Meine Pläne für die FBM16 | Mein Medienguide

    • Puh, ich hab schon von so vielen gelesen (auf Twitter), die die Serie total lieben. Das könnte ich jetzt wirklich nicht von mir behaupten, aber die letzten paar Folgen halte ich dann doch noch durch für die paar undoofen Momente, die die Serie immerhin hat.

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