Gemeinsam Lesen: Die Flüsse von London + mein unhilfreiches Leseverhalten

gemeinsam lesen
Seit langem mache ich endlich mal wieder bei der wöchentlichen Blogger-Aktion Gemeinsam Lesen von Schlunzenbücher mit. Zahlreiche Blogger stellen das Buch vor, das sie gerade lesen, und jede Woche gibt es eine andere Zusatzfrage rund ums Lesen. Heute geht es dabei um pausierte Bücher. Meine Antwort gibt Aufschluss über mein eigentlich vollkommen unhilfreiches Leseverhalten, das die Wirkung von so manchem Buch dämpfen kann, auch von dem, das ich gerade lese – schon seit vier Monaten.
1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
„Die Flüsse von London“ von Ben Aaronovitch, S. 240/477
2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
„Wie bei jedem typischen Londoner lag auch Gurcan Temiz‘ Toleranzschwelle für die diversen Gedankenlosigkeiten seiner Mitbürger relativ hoch, denn wenn man in einer Großstadt lebt, ist es sinnlos, sich über den Umstand zu beklagen, dass es eine große Stadt ist, aber selbst diese Toleranz hat ihre Grenze, und bei Gurcan war die Grenze erreicht, wenn jemand vor seinem Restaurant eine riesige Kuhglocke läutete und so die Gäste störte.“ –  Ich glaube, ich habe den längsten Satz im ganzen Buch erwischt. 😀
3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
Ein Geständnis: Ich lese schon seit März an diesem Buch. Mein Freund ist ganz begeistert von dieser Reihe und hat dieses Buch, das der erste Teil ist, innerhalb von drei Tagen gelesen. Das nahm ich als Beweis, dass „Die Flüsse von London“ ziemlich gut sein muss und habe mich bequatschen lassen, es auch zu lesen. Doch irgendwie hat es einfach nicht klick gemacht bisher. Objektiv betrachtet, ist das Buch sehr spannend, aber mich hat es irgendwie nicht richtig in den Bann gezogen.
Vielleicht, weil ich selten Fantasy lese und wenn dann oft die light-Version ohne Zauberer, Vampire und Co., sondern eher mit Tagebüchern, die den Eintrag für den nächsten Tag selbst schreiben („Ich schreib dir morgen wieder“ von Cecelia Ahern).
Vielleicht, weil „Die Flüsse von London“ eine Art Harry Potter für Erwachsene ist und (Schande über mich) der Hype an mir vorbei gegangen ist, wahrscheinlich, weil meine Schwester von nichts anderem mehr geredet hat und ich in einem pubertären Abgrenzungsanflug dann keine Lust mehr darauf hatte.
Vielleicht, weil ich immer auf der Suche bin nach Büchern, die eine Botschaft haben, die mir mehr geben als nur Spannung. Das kommt aber noch, sagt mein Freund.
Vielleicht wegen meiner Antwort auf Frage 4.
4. Bekommt ein pausiertes oder abgebrochenes Buch bei dir noch mal eine Chance? 
Bei mir sind irgendwie 80 Prozent der Bücher, die ich lese, pausierte Bücher – wenn man die Hörbücher auf Spotify ausklammert, die ich in letzter Zeit sehr oft nebenher höre, um zum Beispiel Bügeln erträglich zu machen. Ich komme manchmal nicht so richtig zum Lesen oder schaue dann doch eher eine Serie oder drücke auf dem Smartphone herum (böses Twitter und Bloglovin 😀 ) zum Entspannen, komme dann nicht besonders schnell besonders weit mit einem Buch und erwische öfter Bücher, die erst ab der Hälfte so richtig Fahrt aufnehmen (Cecelia Ahern-Bücher sind ein sehr typisches Beispiel, die ich aber wegen ihrer Botschaften liebe).
Bis ich mal bei der Hälfte bin, können schon mehrere Wochen, oft sogar Monate vergehen, weil das Buch mich emotional und/oder von der Spannung her noch nicht so gepackt hat, dass ich jede freie Minute dafür nutzen will. Bei „Die Flüsse von London“ habe ich immer wieder höchstens 20 Seiten am Stück gelesen. Dann lag das Buch wieder ein paar Wochen unangerührt auf dem Nachttisch.
Das Problem: Man vergisst einiges von dem, was bisher passiert ist und wie die Charaktere beschrieben werden, lebt nicht so sehr mit ihnen mit, wenn man sich zwischendurch mit hunderten anderen Sachen beschäftigt, bekommt viel schwerer einen Bezug zu den Charakteren, versteht nicht jede Anspielung auf vorherige Ereignisse, sieht nicht jeden Kreis, der sich mit fortschreitender Seitenzahl schließt. Es ist also eigentlich echt sinnlos, ein Buch ständig zu pausieren. Wenn ich dann mal bei der Stelle angelangt bin, an der die Handlung mich packt, werde ich von einer Lese-Bummelbahn mit dutzenden Zwischenhalten zum IC, gegen Ende des Buchs oft zum ICE, will manchmal nicht mal mehr kurz auf die Toilette gehen zwischendurch. Vielleicht sollte ich mir öfter Zeit nehmen zum Lesen, damit jedes Buch seinen vollen Zauber entfalten kann und nicht ein Teil davon durch Pausen verloren geht.
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7 Gedanken zu „Gemeinsam Lesen: Die Flüsse von London + mein unhilfreiches Leseverhalten

  1. Hallo Melanie,

    „Die Flüsse von London“ ist tatsächlich eins der Bücher, das ich mal abgebrochen habe. Damit konnte ich leider nichts anfangen trotz der vielen positiven Meinungen. Bist also nicht allein 🙂

    Jaja, die digitale Ablenkung. Davon lasse ich mich meist nicht beeindrucken. Wenn ich einmal lese, dann lese ich und wenn dazu das Buch noch spannend ist, umso besser. Bücher, die mir nicht gefallen, breche ich auch ab, da gibt es einfach zu viele tolle Alternativen. Aber im Pause-Modus habe ich noch einige auf meinem ebook-Reader.

    Hier mein Beitrag
    http://connykathsbooks.blogspot.de/2016/07/gemeinsam-lesen-1.html

    Liebe Grüße von Conny

    Gefällt 1 Person

    • Hallo Conny 🙂
      das ist ja ein Zufall, falls es innerhalb der nächsten 50 Seiten nicht klick macht (was schon noch passieren kann), sollte ich das vielleicht auch tun. Mein Freund kann mir ja erzählen, wie es ausgeht. Ich habe noch viele Bücher auf dem SUB, auf die ich mich freue.
      Mein Problem mit Twitter und Co. ist hauptsächlich, dass wenn ich mal so eine viertel oder halbe Stunde zwischendurch Zeit habe, mich eher damit beschäftige, als ein Buch in die Hand zu nehmen, weil ich denke, es lohnt sich für die kurze Zeit nicht, zu lesen. Eigentlich Quatsch 😀
      Dein Beitrag ist interessant und deinem Lesestatus zum vorgestellten Buch in der Seitenleiste nach zu urteilen, kommst du deutlich schneller mit Büchern voran als ich. 😀 Wobei ich gerade innerhalb von 2 Tagen „Nur ein Tag“ auf Spotify durchgehört habe, hätte viel Wäsche zu machen, da ging das super nebenher und es hat mich sehr schnell gepackt.
      Liebe Grüße zurück 🙂

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  2. Hallo, 🙂
    das ist wirklich schade, dass dich das Buch nicht so richtig packen kann und du schon so lange daran liest. Da kann ich auch verstehen, dass man viel von der Handlung vergisst und einige Dinge nicht mitbekommt.
    Es ist zwar schade, aber nicht jedem gefallen alle Bücher. Was andere mögen, muss man selber noch lange nicht mögen. Aber vielleicht kann es dich irgendwann ja doch noch packen. 🙂

    Liebe Grüße
    Marina

    Gefällt 1 Person

    • Huhu 🙂
      stimmt, ich muss das Buch nicht mögen, aber ich mag es immer dann ein bisschen mehr, wenn ich mal länger am Stück weiterlese, wahrscheinlich weil ich dann eben mehr drin bin in der Geschichte. Das Buch hat glaube ich schon Potential, das ich nicht so richtig ausschöpfen konnte bisher.
      Liebe Grüße zurück 🙂

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  3. Huhu,

    ich glaub würd ich solange lesen hätte ich es schon abgebrochen. Würde mich schon eher nerven. Ich hab das Buch dieses Jahr auch gelesen. Ich fand es ganz okay, aber vom Hocker gehauen hat es mich jetzt nicht und ich hab bisher immer noch nicht weiter gelesen.

    LG Corly

    Gefällt 1 Person

    • Huhu,
      hm, hab auch schon drüber nachgedacht. Irgendwie mag ich abbrechen nicht so. Ich will dann doch noch erfahren, wie es weiter und ausgeht. Und ich finde es gar nicht schlecht, es packt mich nur nicht so richtig. Ich habe parallel ziemlich viele Hörbücher gehört, da komme ich öfter dazu, weil man das nebenher machen kann, und bleibe dann nicht so feststecken andauernd wie bei Büchern für die ich weniger Zeit habe. Beruhigt mich aber, dass „Die Flüsse von London“ noch jemanden nicht so umhaut, mein Freund war ja total begeistert.
      Liebe Grüße zurück 🙂

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      • Huhu,

        ja kann ich versehen. Ich quäl mich auch eher durch, aber wenn ich so lange dran hänge würde ich doch schon mal überlegen.

        Ich mag sowieso vieles nicht was andere total lieben. Hier hätte man einfach etwas mehr draus machen können.

        LG Corly

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