Desperate Housewives-Serienfinale: Zum Ende eine Abrechnung mit sich selbst

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Gestern Abend lief die allerletzte Folge Desperate Housewives auf Sixx. Ich habe das Serienfinale schon vor mehreren Jahren gesehen und kann mich immer noch darüber aufregen. Die Serie war unglaublich spannend, lustig, voller Botschaften, überraschend. Doch hat sie zwei Schwächen, die die finale Folge auf den Präsentierteller stellt. Trotzdem vermisse ich die Serie. Zum Glück habe ich eine Ersatzdroge gefunden – gleicher Drehbuchautor, noch mehr Spannung. 

Leichenschau
Als ich das erste Mal von Desperate Housewives gehört habe, dachte ich: Ohje, klingt nach werbacktdenbestenKuchen. In einer Folge geht es wirklich darum, aber ansonsten – Mord und Totschlag, Freundschaft, Intrigen und jede Staffel ein neues großes Geheimnis. Das brachte allerdings auch mit sich, dass unglaublich viele Menschen sterben innerhalb der insgesamt acht Staffeln. Vor allem wenn man beachtet, dass die Serie in einer einzigen Straße in der Vorstadt spielt. Was macht Marc Cherry, der eigentlich liebe Drehbuchautor in der allerletzten Folge? Er lässt Susan durch die Straße fahren, auf deren Gehweg aufgereiht alle Verstorbenen der acht Staffeln stehen. Könnte man noch mehr betonen, wie unglaublich viele Charaktere über die komplette Serie hinweg teilweise auch noch unnötig den Löffel abgegeben haben? Die Krönung: Edie fehlt, die bis zu ihrem Tod in der fünften Staffel einer der Hauptcharaktere war – ein sehr amüsanter noch dazu. Was ich Marc Cherry außerdem bis heute noch nicht verziehen habe, ist dass er acht Folgen vor dem Serienfinale unbedingt noch meinen Lieblingscharakter sterben lassen musste: Mike. Musste das sein? Wie man in der letzten Folge sieht, gab es doch eigentlich schon genug Tote.
Beste Freundinnen?
Der zweite Kracher, den das Serienfinale mit sich bringt: Ein ganz entscheidendes Element der Serie, wird in der letzten Folge ad absurdum geführt – dass Susan, Lynette, Gaby und Bree nicht einfach nur Nachbarn sind, sondern supertolle Freundinnen. Diese Darstellung hat schon zwischendurch immer wieder gewackelt (Lynette ist vollkommen überfordert mit ihren Kindern, sagt nichts und keiner merkt es; Lynette hat Krebs,sagt nichts und keiner merkt es; …). Über die achte Staffel hinweg wird dann aber auch der letzte Rest Superfreundschaft ausgemerzt. Während diese die vier Housewives am Anfang noch dazu treibt, gemeinsam einen versehentlichen Mord aus Notwehr von Carlos an Gabys Stiefvater zu vertuschen, geht die Superfreundschaft danach sehr bald rasant den Bach runter. Wenn jemand füreinander da ist, dann Susan und Carlos. Dass am Ende dann aber einfach alle wegziehen und vollkommen den Kontakt verlieren – das ist ein ganz schön harter Schlag.
Meine Ersatzdroge
Wenn man das enttäuschende Ende ausblendet, war Desperate Housewives eine tolle, sehr spannende Serie, die ruhig noch ein paar Staffeln mehr vertragen hätte können, wenn es nach mir geht. Das wird aber wohl nichts mehr. Also musste ein Ersatz her. Und ich habe einen mehr als würdigen gefunden – das nächste Meisterwerk von Marc Cherry: Devious Maids. Jede der bisher drei Staffeln wird mit einem Verbrechen eingeläutet, das nach und nach aufgelöst wird. Bis zum krönenden Staffelfinale warten so einige Überraschungen. Außerdem hat Marc Cherry sein Talent für Cliffhanger, wie sie im Buche stehen, entdeckt – spannender geht’s kaum. Die Verwandschaft zu Desperate Housewives macht sich immer mal wieder bemerkbar, durch Nebenhandlungen, die einem bekannt vorkommen, sowie Darsteller, die in beiden Serien mitspielen (in Staffel 4 steht die Wiedergeburt von Mike an – James Denton wird Teil des Casts 🙂 ). Insgesamt hat Marc Cherry sich mit Devious Maids selbst getroffen – vor allem, was Spannung angeht –  also unbedingt reinschauen, falls ihr Desperate Housewives vermisst und auf der Suche nach einer tollen neuen Serie seid! 😉

 

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Ein Gedanke zu „Desperate Housewives-Serienfinale: Zum Ende eine Abrechnung mit sich selbst

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