Rezension Tage wie Salz und Zucker

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Foto: Melanie Nees

Du willst

  • eine Liebeserklärung an das Leben
  • faszinierende Charaktere
  • wundervolle Zitate

Inhalt

Für Ellen gibt es nichts anderes als essen, noch mehr essen, arbeiten, schlafen und zwei ihrer Nachbarn zu beobachten, in deren Wohnung sie von ihrem Fenster aus sehen kann. Sie schottet sich bestmöglich von der Außenwelt ab, entzieht sich komplett dem sozialen Leben und versteckt sich und eine große Narbe in ihrem Gesicht hinter einer breiten Haarsträhne, wenn sie ihre Wohnung verlassen muss, um abends zur Arbeit – sie ist Putzfrau in einem Supermarkt – zu kommen. Sie will Ärger vermeiden, davon hatte sie in ihrer Kindheit genug. Als sie ein blindes Mädchen, Temerity, kennenlernt, merkt sie jedoch nach und nach, dass ihr neben Ärger auch eine Menge Lebensfreude entgangen ist. Temerity sprüht vor Tatendrang und die beiden beginnen, sich in allerlei Ungerechtigkeiten in Ellens Umfeld einzumischen. Dabei bekommen sie es mit kleineren und größeren Verbrechen und Schicksalen zu tun, die ohne Ellen und Temerity ganz anders verlaufen würden.

Hauptpersonen

Ellen: hatte eine schwere Kindheit, die nicht nur in ihrem Gesicht eine Narbe hinterlassen hat; kompensiert alles, was sie aufregt oder bedrückt mit einer XL-Portion Fast Food; führt Tagebuch über das Leben ihrer Nachbarn und allerlei Ungerechtigkeiten, die ihr unterwegs zur und bei der Arbeit auffallen; ist es gewohnt, für andere unsichtbar zu sein und völlig perplex, falls sie doch einmal jemand bemerkt; hat große Angst davor, mit anderen zu kommunizieren.
Temerity: energiegeladen; nimmt ihre Blindheit mit Humor; kontaktfreudig; kann Unrecht nicht einfach geschehen lassen; mutig.

Bewertung

Schon seit langem habe ich mit diesem Buch geliebäugelt. Als ich dann schließlich im Herbst auf einem Flohmarkt entdeckt habe, musste ich zugreifen – eine sehr gute Entscheidung. Die beiden Hauptcharaktere sind so detailliert  und einfach faszinierend gezeichnet. Die Handlung ist zwar etwas unrealistisch und hätte vereinzelt etwas klarer formuliert sein können, aber was soll’s. Das Buch läuft über von schönen Zitaten und Weisheiten, es baut langsam aber sicher Spannung auf, die in einen großen Showdown mündet und am Ende bleibt der Appell: kommt aus eurem Schneckenhaus und stürzt euch ins Leben, schließt Freundschaften, setzt euch für andere ein – das mag die ein oder andere Unannehmlichkeit mit sich bringen, aber auch mindestens so viele Glücksmomente. „Tage wie Salz und Zucker“ ist eine Liebeserklärung an das Leben, mit seinen Höhen und Tiefen.

Note: 1-2

Tage wie Salz und Zucker, Shari Shattuck, rowohlt Taschenbuch Verlag, Hamburg 2014, 366 S., 9,99€

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2 Gedanken zu „Rezension Tage wie Salz und Zucker

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