Das entscheidet, ob ich ein Buch, eine Serie oder einen Film mag

Kriterium Punkte

Vor ein paar Wochen habe ich in der Mittagspause oder im Zug auf dem Weg zur Arbeit „Two Broke Girls“ geschaut. Nach rund zehn Folgen habe ich aufgehört. Als ich mal darüber nachgedacht habe, warum mich die Serie nicht begeistert hat, ist mir etwas aufgefallen. Es scheint ein Kriterium zu geben, das Serien, Bücher und Filme erfüllen müssen, damit sie überhaupt die Chance darauf haben, dass ich sie mag. 

Bei „Big Bang Theory“ sind es Amy und Leonard, bei „O.C. California“ – die erste Serie nach der ich wirklich süchtig war – ist es Seth Cohen, bei „Sherlock“ Watson: Eine Figur, die ich total sympatisch finde. Bei manchen Charakteren kann man sogar noch eine Stufe höher gehen: Man identifiziert sich mit ihnen. Immer wieder hört man zum Beispiel „Sex and the City“-Fans sagen: „Ich bin Charlotte“ oder „Ich bin Miranda“. Bei „Two Broke Girls“ war ich von solchen Aussagen weit entfernt. Max ist ganz schön prollig, Caroline eine – Verzeihung, aber die Drehbuchautoren haben das ja mit Absicht so gemacht – Tussi.

Ich finde allerdings auch, dass Sheldon und Sherlock wundervolle, faszinierende Charaktere sind. Sie sind so einzigartig und amüsant mit ihren Marotten – sympathisch machen diese sie aber eher selten. Doch in den beiden Fällen gibt es ja noch Amy, Leonard und Watson, die dafür sorgen, dass genug Freundlichkeit in der Luft ist 🙂

Je weiter ich mit „Der Rosie-Effekt“, dem zweiten Band meines Lieblingsbuches „Das Rosie-Projekt“, komme, desto sicherer werde ich mir, dass faszinierende Charaktere alleine mir nicht ausreichen. Protagonist Don ist ebenso zwanghaft und blind für soziale Konventionen wie im ersten Band – auf sehr unterhaltsame Weise, ähnlich wie Sheldon -, aber Rosie, die eigentliche Sympathieträgerin, wird nach ein paar Kapiteln teilweise plötzlich so egozentrisch, dass mich der zweite Band lange nicht mehr so sehr begeistern kann wie der erste.

Natürlich ist auch wichtig, ob ein Werk spannend ist, überraschend, zum Nachdenken anregt und so weiter. Aber ganz ohne einen Charakter, der Sympathie versprüht, hat ein Buch, eine Serie oder ein Film scheinbar die Chance verspielt, mich vollständig in seinen Bann zu ziehen.

Geht das noch jemandem so? Wenn nicht, was entscheidet bei Euch darüber, ob Ihr ein Werk wirklich mögt oder nicht? Vielleicht ist bei mir sympathische Charaktere einfach nur deshalb das Hauptkriterium, weil ich unnötige Unfreundlichkeit für eine der nervigsten Eigenschaften überhaupt halte 😀

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4 Gedanken zu „Das entscheidet, ob ich ein Buch, eine Serie oder einen Film mag

  1. Pingback: Serienmittwoch: Rückblick – bisherige Tops und Flops 2016 | Mein Medienguide

  2. Ja ich verstehe dich gut. Ich muss den Protagonisten auch mögen, am besten geht das, wenn Büchern in der Ich-Perspektive geschrieben sind.
    Serien schaue ich nicht mehr intensiv, aber SATC fand ich damals ganz toll – eben durch die tollen Charaktere.
    Liebe Grüße, Nicole

    Gefällt 1 Person

  3. Ich mag Two broke girls sehr gerne. Mich bringt die Serie nach einem langen Tag zum lachen. Einfach Zerstreuung. Mir gefallen die manchmal selbstzerstörerischen Kommentare von Max. Das hat dann nix mehr mit Coaching oder Ressourcen zu tun. Das sind einfach nur Sprüche, die (würden sie von jemandem in der Realität immer wieder ausgesprochen werden) einen in den Boden runter drücken.

    Gefällt mir

    • Genau deshalb mag ich die Serie nicht 😀 Sheldon oder Sherlock lassen auch gerne Kommentare los, die „einen in den Boden runter drücken“, aber da gibt’s eben Charaktere, die das ausgleichen 🙂 und die brauche ich irgendwie und die vermisse ich bei Two Broke Girls…

      Gefällt 2 Personen

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