Mein Tag auf der Frankfurter Buchmesse 2015 Teil 1: Autorin Kerstin Gier – ein Blick hinter die Kulissen ihrer Erfolgsromane

Foto: Melanie Nees

Foto: Melanie Nees, Kerstin Gier (links) im Interview

Am Freitag war ich zum ersten Mal als Bloggerin auf der Frankfurter Buchmesse unterwegs. Nachdem ich mich durch circa 30 Seiten Veranstaltungen für diesen Messetag geklickt hatte – Interviews, Lesungen, Autoren am Stand, usw. – habe ich diese auserwählt: Autorin Kerstin Gier (Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner, Die Mütter Mafia, Silber,…) im Interview mit einer Redakteurin der Süddeutschen Zeitung, Thomas Gottschalk erzählt von seinem Leben in der Medienwelt (und präsentiert seine Biographie „Herbstblond“), ein Buchbloggertreffen, direkt danach „Blogger treffen Autoren treffen Verlage“ sowie einen Vortrag über Berufsperspektiven in der Medienbranche. Letzterer musste wegen Krankheit der Referentin ersetzt werden durch das Thema „Persönlichkeit und Potential, Kompetenzen & Karriere: Was mach‘ ich daraus“, über das Kirsten Steffen von Bommersheim Consulting referierte.
Für Euch habe ich die spannendsten Statements aus diesen Veranstaltungen mitgeschrieben. Teil 1 widme ich komplett Kerstin Gier, die in dem halbstündigen Interview so viele tolle Einblicke in ihr Autorinnen-Dasein gegeben hat. Die interessantesten Statements aus den restlichen Veranstaltungen gibt es nächste Woche in Teil 2 😉 Außerdem wird es noch einen Teil 3 geben, in dem ich berichte, was ich auf der Buchmesse abgesehen von den vielen Veranstaltungen noch so entdeckt habe.

Kerstin Gier über…

(gute) Bücher schreiben
„Meine Schreibfähigkeiten kamen durch Übung.“
„Das perfekte Buch könnte ich vielleicht in 100 Jahren schreiben.“
„Ich erlebe oft bei jungen Mädchen, dass sie viel anfangen, aber nichts zu Ende schreiben. Mal etwas zu Ende schreiben ist der Anfang.“
„Es gibt Strukturen, wie man Stories aufbaut. Es ist eine Kunst, sie an der richtigen Stelle zu brechen.“
„Figuren sollten nicht zu stereotyp sein.“
„Bei Dan Brown kann man bei jedem Buch die Mitte aufschlagen – da kommt immer der Antagonist.“
„Die Kunst ist, zu verstehen, wie Geschichten funktionieren, aber dann auch seinen eigenen Weg finden, zu erzählen.“
„Ich arbeite mit Karteikarten, die ich auf dem Boden anordne.“
„Ich bin jetzt seit 20 Jahren im Geschäft, habe ich vor kurzem gemerkt.“
„Am Anfang habe ich gleich viele Bücher geschrieben, weil ich direkt Geld damit verdienen wollte, waren auch schlechte dabei, aber nicht ganz schlechte, 3- (Schulnote, Anm. d. Red.).“
„Es gibt so zwei Stunden am Tag, da find ich mich ganz genial – das geht aber auch wieder weg.“
„Das Schreiben selber ist harte Arbeit, weil ich auch sehr langsam bin.“
„Es gibt Tage, da schreibt man einfach nix, sondern starrt nur auf den Bildschirm.“

die Schreibphase kurz vor dem Abgabetermin
„Ich habe einen richtigen Schreibrausch vor Abgabephasen, das liebe ich.“
„Ich verhalte mich etwas wie ein Zombie, murmel vor mich hin, …“
„Das ist die Phase, die richtig Spaß macht.“
„Da schlafe ich auch mal nur drei Stunden, habe so viel Adrenalin im Blut.“
„Ich bin beeindruckt, was plötzlich das Gehirn leistet – unter Schlafmangel.“
„Wenn ich dann fertig bin, breche ich erstmal zusammen.“

den Grund für die Beliebtheit ihrer Bücher
„Keine Ahnung, vielleicht weil die Leser lachen können während sie lesen oder weil man sich mit den Charakteren gut identifizieren kann.“

Lektoren
„Lektoren, die Manuskripte besser machen, sind rar wie Goldstücke. Es gibt viele schlechte.“

die Frankfurter Buchmesse
„Ich bin hier erstmal mit Angst, Humor kommt dann zu Hause. Ich mag keine Messen.“

ihr aktuelles Buch „Silber, das dritte Buch der Träume“
„Es werden alle Fragen geklärt.“
„Grayson hat viele Charakterzüge von meinem Sohn. Das darf er aber nie erfahren.“
„Ich hätte selbst gern eine Haushälterin wie Lotti.“

ihr nächstes Buch
„Das werde ich ohne Abgabetermin und ohne Vertrag schreiben.“
„Es wird ein Jugendbuch, ein Einzelband.“
„Ein bisschen Krimi, eine Liebesgeschichte – die gehört auch in ein richtiges Buch.“

Wie man merkt, ist Kerstin Gier persönlich genau so unterhaltsam und lustig, wie sie schreibt. Ihr Roman „Für jede Lösung ein Problem“ zählt zu meinen Top 5 Lieblingsbücher. Die Protagonistin schreibt schonungslos ehrliche Abschiedsbriefe an Freunde, Familie und Kollegen – doch dann scheitert ihr Selbstmordversuch. „Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner“ ist auch sehr empfehlenswert.

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3 Gedanken zu „Mein Tag auf der Frankfurter Buchmesse 2015 Teil 1: Autorin Kerstin Gier – ein Blick hinter die Kulissen ihrer Erfolgsromane

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