Meine Schreibtipps-Sammlung

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Hilfe, ein leeres Blatt! Ob (Blog-)Artikel, Hausarbeit oder E-Mail – immer wieder lauern uns im Alltag Textdokumente und Seiten auf, die gefüllt werden wollen, und zwar möglichst schnell und gut. Ich habe die wertvollstens Tipps aus Workshops, Praktika, freien Mitarbeiten und Co. auf meinem bisherigen Weg in den Journalismus gesammelt, die dafür sorgen, dass das gelingt.

1. Augen zu und durch 

Oh, ein Kaffeefleck, der nervt mich, den wische ich noch schnell weg. Oh, Frau Müller vom Haus gegenüber guckt schon wieder Dschungelcamp. In unserer Umgebung lauert so einiges, das unsere Aufmerksamkeit, die doch eigentlich dem unfertigen Text gelten sollte, stehlen kann. Die Lösung ist ganz einfach: Augen zu. Sind erst einmal die meisten möglichen Ablenkungsquellen ausgeschaltet,  kommen von ganz alleine ein paar Ideen.

2. „Quick and dirty“

Muss da nicht ein Komma hin? Habe ich im vorletzten Satz auch schon das Wort „ebenfalls“ benutzt? Kann man das so sagen? Das ist erst einmal egal! Solche Überlegungen machen jeden gerade erst ins Rollen gekommenen Schreibfluss kaputt. Also zunächst einfach alle Sätze, die das Gehirn so ausspuckt, runterschreiben – danach ist immer noch Zeit für Feinarbeit. Der Tipp und sein Titel „quick and dirty“ stammen übrigens von einem etwa 70-jährigen Lektor im Ruhestand, bei dem ich an der Uni einen Workshop zu kreativem Schreiben besucht habe.

3. Hallo Verben, tschüss Substantive

Bei Tun-Wörtern, wie wir Verben in der Grundschule passenderweise getauft haben, tut jemand etwas – das bringt Leben in den Text und in die Köpfe der Leser. Substantive dagegen sind viel schwerer zu verarbeiten. Damit ein Satz halbwegs leicht verständlich ist, sollte er nie mehr als drei Mal so viele Substantive wie Verben enthalten, so eine Faustregel. Bei sehr fachlichen Texten, wie etwa Hausarbeiten für die Uni, lässt sich das allerdings oft nicht vermeiden und ist lange nicht so schlimm wie etwa in Zeitungsartikeln, die auch Nicht-Experten ohne große Mühe durchschauen wollen.

4. Mein neuer Freund, das Notizbuch 

„Jetzt habe ich es wieder vergessen.“ Na, wie oft ist Euch dieser Satz schon über die Lippen gekommen, wenn ihr gerade eine Idee hattet? Mir viel zu oft. Deshalb habe ich neuerdings immer ein kleines Notizbuch dabei, in dem ich Ideen für Überschriften, Einstiege oder ganze Textpassagen festhalten will, bevor sie wieder abhauen können. Weniger altmodisch und platzsparender ist es natürlich, das Ganze einfach in sein Smartphone zu tippen.

5. Lesen, lesen, lesen

Sich beim Schreiben an tausend Regeln (wie etwa Tipp 3) zu halten, kann sehr anstrengend sein und der Kreativität im Wege stehen. Wer ein gutes Sprachgefühl hat, kommt auch ohne solche Richtlinien aus. Die wohl bewährteste Methode, das Gespür für verständliche, wohlklingende Formulierungen zu schulen ist denkbar einfach: so viel wie möglich lesen – egal ob Bücher oder journalistische Texte.

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