Mein Weg in den Journalismus Teil 1 – Die ersten Schritte

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Kindheitstraum

Schon mit fünf Jahren wusste ich, wo meine berufliche Reise hingehen soll. Damals habe ich zum ersten Mal verkündet, ich wolle Floristin werden – kann man als fünf-Jährige ja mal mit dem Wort Journalistin verwechseln. Da ich in der Grundschule meine Bücherbegeisterung entdeckte und wenn ich nicht gerade am lesen war, Kurzgeschichten schrieb, schwenkte ich zwischenzeitlich auf Bibliothekarin oder Schriftstellerin um. Doch als ich mit rund elf Jahren anfing, Zeitschriften zu lesen, kehrte ich wieder zu meinem ursprünglichen Wunsch zurück und bin bis heute dabei geblieben. Mein allerersten Schritt in Richtung meines Traumberufs war der Klassiker: Schülerzeitung. Das ist nicht das non plus ultra, um das journalistische Handwerk zu lernen, gerade wenn, wie bei uns, kein Lehrer unterstützt. Doch es ist eine tolle Möglichkeit, um sich schreibtechnisch ein bisschen auszuprobieren und um bei den Bewerbungen um die ersten Praktika oder freien Mitarbeit schon etwas vorzuweisen zu haben.

Mein denkwürdiges erstes Praktikum

Als dann in der 11. Klasse die Berufsorientierung am Gymnasium (Bogy), also ein einwöchiges Plichtpraktikum, anstand, wusste ich genau, wo ich hin möchte – zu einer Zeitschrift oder Zeitung. Ich bekam relativ schnell und einfach einen Platz bei einem der Nicht-Hochglanzmagazine, die wöchentlich wahlweise Helene Fischer, Florian Silbereisen oder beide auf dem Cover haben. Wäre heute nicht mehr meine erste Wahl, aber es hat seinen Zweck erfüllt – meinen Berufswunsch bestärkt. Ich habe die Witzeseite, kurze Küchen-, Medizin- und Gartentipps sowie einen einseitigen Ratgebertext über Ranunkeln (das sind Blumen, wusste ich vorher nicht :-D) geschrieben und klischeehafterweise diverse Archive sortiert. Am Ende der Woche teilte mir einer der Redakteure mit, dass ich „eine gute Schreibe“ hätte und diesen Berufswunsch unbedingt weiter verfolgen solle. Zudem schickte mir eine Redakteurin zusammen mit der Ausgabe mit meinem Ranunkel-Artikel einen Brief in dem Stand, dass ich meine Sache besser gemacht hätte als manche Studentin. Ich war selig. Und das obwohl meine Praktikumswoche von einer Rundmail überschattet wurde, die im ganzen Verlag ankündigte, dass es in naher Zukunft eine Reihe von Kündigungen geben sollte. Wie die Stimmung in der Redaktion war, kann man sich vorstellen. Komischerweise erschütterte das meine Euphorie nicht im geringsten, sondern spornte mich an, weitere Praxiserfahrungen zu sammeln, um meine Chancen in dieser wackeligen Branche bestmöglich zu steigern.

Freie Mitarbeiten nicht vergessen

Neben Praktika sind im Journalismus freie Mitarbeiten eine wichtige Möglichkeit, an Erfahrungen und Kontakte zu kommen. Ich entschied mich zunächst für zwei Onlinemagazine, eines von einem Schüler in meinem Alter, eines von Studenten betrieben, bei denen ich mich mit einer Musik- und TV-Kolumne sowie einigen weiteren Texten zu freien Themen weiter austoben konnte, jedoch auch häufig von den Chefredakteuren hilfreiches Feedback zu meinen Texten bekam. Eines dieser Magazine gibt es immer noch, falls jemand ein bisschen Schreibpraxis gebrauchen kann. Kurz vor dem Abitur folgte dann mein erster größerer Schritt im Journalismus, indem ich freie Mitarbeiterin bei einer regionalen Sonntagszeitung wurde und damit erstmals auch ein bisschen Geld mit meinem Hobby verdiente. Bei einer Regionalzeitung ist es in der Regel nicht allzu schwer, an eine freie Mitarbeit zu kommen, sofern man ansehnlich schreibt. Allerdings darf man sich nicht die spannendsten Themen erhoffen – es gibt durchaus klischeehafte Termine à la Jubiläum des lokalen Hasenzuchtvereins. Das erwartet einen allerdings vornehmlich, wenn man für die tägliche Ausgabe schreibt. Bei der Sonntagszeitung kam ich um solche Themen weitgehend herum, da diese Ausgabe nicht auf aktuelle Berichte, sondern vielmehr auf Features, Porträts und Reportagen mit lokalem Bezug setzt, die man ganz entspannt an einem Sonntagmorgen lesen kann. Ich begann ziemlich schnell damit, wann immer mögliche eigene Ideen einzubringen. Das verhindert erstens, dass man ein Thema aufgedrückt bekommt, das in der Redaktion keiner machen wollte, und zweitens, klingt es gut, wenn das im Arbeitszeugnis auftaucht. Da man bei Lokalzeitungen deutlich leichter einen Fuß in die Tür bekommt als bei den größeren, bekannteren Medien, sollte man sich auf keinen Fall um diesen Schritt drücken und sich auch auf weniger bedeutsame Themen einlassen. Mehr dazu erfahrt ihr in Teil 2 😉

In Teil 2 verrate ich Euch, was es bei der Studienfach- und Praktikawahl zu beachten gibt und was mein bei letzteren so verdient.

In Teil 3 berichte ich über meine nervenaufreibende Volontariatssuche – wenige Stellen, viel Konkurrenz und die Sonderwünsche einiger Redaktionen.

In Teil 4 erzähle ich Euch, wie ich meine fünfmonatige Tätigkeit als freie Journalistin erlebt habe, eine berufliche Perspektive, die bei den wenigen und umkämpften festen Stellen in dieser Branche momentan keine Seltenheit ist und über die man sich daher unbedingt Gedanken machen sollte.

In Teil 5 erfahrt ihr, warum ich mein Volontariat nach einem halben Jahr abgebrochen habe.

Hier könnt Ihr nachlesen, wie ich mich nach dem gescheiterten Volontariat wieder aufgerappelt habe und was ich jetzt mache. 

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11 Gedanken zu „Mein Weg in den Journalismus Teil 1 – Die ersten Schritte

  1. Pingback: Mein Weg in den Journalismus Teil 0: Erste Schreibversuche – lustige Kurzgeschichten aus der Grundschule | Mein Medienguide

  2. Pingback: Mein Weg in den Journalismus Teil 5: Warum ich mein Volontariat abgebrochen habe + Wie es jetzt weiter geht | Mein Medienguide

  3. Pingback: Die 4 beliebtesten Beiträge 2015 + Fazit nach 3 Monaten bloggen | Mein Medienguide

  4. Pingback: Mein Weg in den Journalismus Teil 2 – Wo ein Praktikum machen? Was studieren? | Persönlicher Blog

  5. Pingback: Meine Schreibtipps-Sammlung | Persönlicher Blog

  6. Eine interessante Artikelserie, an der ich auf alle Fälle dranbleiben werde.
    Der Journalismus interessiert mich inzwischen auch, war jedoch anfangs nicht bei meinen Berufswünschen dabei, sodass ich nicht annähernd so geradlinig auf das Ziel zusteuere, wie du es beschreibst. Aber ich finde es superspannend zu lesen, wie es bei dir verlaufen ist, was man beachten muss und weitere Insidertipps.
    Dem Bloggerkommentiertag sei Dank habe ich den Blog entdeckt *freu*

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    • Liebe Evanesca,

      freut mich sehr, dass Dir die Tipps weiterhelfen und natürlich, dass Du die Serie weiter verfolgen willst 🙂 Teil 2 erscheint vermutlich Mitte Oktober 😉 Viel Erfolg bei Deinem eigenen Weg in den Journalismus!

      Liebe Grüße
      Melanie

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      • Hallo, Melanie!
        Mitte Oktober? Ich freue mich schon darauf! 😀
        Bei mir wird es vermutlich über einen sehr großen Umweg in den Kultur/Literaturjournalismus gehen, ich beginne im Oktober ein Studium der Komparatistik (Master). An meiner Uni ist es extrem schwer, in einen MA Journalistik reinzukommen (BA gibt es nicht), pro Jahr nehmen sie nur 24 Studenten auf und da haben z.B. Leute, die die Prüfung zum wiederholten Male machen, dann immer alle Plätze (was bei nur 24 Plätzen ja kaum verwunderlich ist).
        Darum bin ich immer gespannt, wie es noch mal anders geht und wie es ist, wenn der Berufswunsch von Anfang an in die Richtung geht.
        (Ich wollte ja bis vor einem halben Jahr noch Lehrerin werden…)

        LG,
        Evanesca

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      • Liebe Melanie,
        Danke für den Tipp – und nein, traurig bin ich nicht (mehr), ich habe mich nach bestem Wissen und Gewissen vorbereitet, aber andere waren besser. Das ist in Ordnung und ich freue mich sehr auf Komparatistik/Weltliteratur. Aber ich freue mich sehr auf Teil 2 🙂
        LG,
        Evanesca

        Gefällt 1 Person

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