Rezension Das Jahr das zwei Sekunden brauchte

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Du willst

  • totale Eskalation
  • ein Buch, das kontrovers diskutiert wird
  • psychologische Abgründe entdecken

Inhalt

Die beiden besten Freunde Byron und James sind entsetzt: Der Zeit sollen zwei Sekunden hinzugefügt werden. In dem Moment als dies geschieht, fährt Byrons Mutter Diana ein Mädchen auf einem Fahrrad an. Dieses Ereignis soll das Leben der beiden Jungen und jenes von Diana von nun an komplett bestimmen. Parallel erzählt Autorin Rachel Joyce die Geschichte von Jim, der unter einer starken Zwangsstörung sowie einer sozialen Phobie leidet.

Hauptpersonen

Byron: elf Jahre alt; schlau; bewundert seinen besten Freund James; sorgt sich sehr um seine Mutter; neurotisch
James: ebenfalls elf Jahre alt und schlau; will die Ereignisse gemeinsam mit Byron vollkommen unter Kontrolle halten und planen, was ihm zu seiner Verzweiflung nicht immer gelingt
Diana: neurotisch; führt eine sehr distanzierte Beziehung mit ihrem dominanten Ehemann, der nur am Wochenende da ist
Jim: putzt Tische in einem Café; lebt einsam in einem Wohnwagen, dessen Einrichtungsgegenstände er jeden Abend einzeln begrüßt; meidet so gut es geht den Kontakt mit seinen Mitmenschen; war mehrfach in der Psychatrie

Bewertung

Den Inhalt könnte man auch folgendermaßen zusammenfassen: Katastrophe, Katastrophe, alle drehen völlig durch. Das Buch ist ein bisschen wie ein Verkehrsunfall – man möchte eigentlich nicht hinsehen, tut es aber doch. Die beiden Geschichten, die, wie man schnell merkt, einen Zusammenhang haben, sind zu spannend und überraschend, als dass man das Werk einfach wieder zurück ins Buchregal stecken könnte. Doch die Handlung ist dermaßen überzogen und beklemmend, dass das Buch nicht mehr hinterlässt als ein Kopfschütteln.
Allerdings scheinen sich an diesem Werk die Geister zu scheiden. Die einen sagen “so toll, wie die Autorin erzählen kann”, die anderen tendieren eher zu Aussagen wie “nie wieder fasse ich dieses Buch an”. Wie man merkt, gehöre ich eindeutig zur niewieder-Fraktion. Ich schaffe es einfach nicht, das Positive und Hoffnungsfrohe zu entdecken in dieser Geschichte mit ihren pessimistischen Charakteren, die sich unheimlich in alles hineinsteigern (und das tun ganze fünf Personen, eine wäre ja noch in Ordnung).

Note: 4-

Das Jahr das zwei Sekunden brauchte, Rachel Joyce, Fischer Krüger, Frankfurt am Main 2014, 431 S., 9,99€

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Ein Gedanke zu „Rezension Das Jahr das zwei Sekunden brauchte

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